Gartentipps von Dr. Steffen Schmidt

1. Praktische Hinweise aus eigener Erfahrung

• Hochbeete können zweckmäßig über alte Baumstümpfe oder andere schwer zu beseitigende Reste bisheriger Gartennutzung (alte Bambuswurzeln o.ä.) gebaut werden, wenn die Lage der Fläche das zulässt. Damit erreicht man einerseits die Vorteile der Hochbeetnutzung zum anderen erreicht man mit der Zeit eine bessere Verrottung der alten organischen Reste.

• Komposthaufen sind ab einem bestimmten Reifegrad auch eine Art Hochbeet. Man kann sie bepflanzen z. B. mit Gurken, Kürbis, Zucchini. Es muss in diesen Fällen aber nach der Nutzung und vor der Verwendung des Kompostes nachgedüngt werden, sonst ist der Nährstoffentzug zu groß. Aus diesen Gründen wird in Gartenbüchern nicht das direkte Bepflanzen, sondern das Pflanzen unmittelbar neben dem Komposthaufen empfohlen.

• Die Nutzung einer Motorhacke (am besten elektrisch betrieben) spart auf unseren Böden das Umgraben. Die Hacke arbeitet sich beim vorwärts gehen ca. 5 cm in den Boden ein, beim rückwärts ziehen lockert sie den Boden etwa 20 cm tief. Das ermöglicht die Nutzung auf unseren humosen Sandböden uneingeschränkt zur Bodenlockerung. Auch Unkraut oder Gründung kann eingearbeitet werden, solange das keine Wurzelunkräuter oder langfasrigen Pflanzen sind. Im Sommer kann die Motorhacke im Vorwärtsgehen auch zur einfachen oberflächlichen Unkrautvernichtung benutzt werden.

• Ein althergebrachtes, aber für unsere Böden sehr geeignetes Handarbeitsgerät zur Unkrautvernichtung ist die Schuffel. Das ist eine Hacke mit flachem Blatt, welches vorn und hinten geschärft ist. Durch flaches hin- und herziehen im obersten Bodenbereich schneidet man die Unkrautpflanzen von ihrer Wurzel ab. Es arbeitet sich damit im allgemeinen leichter und schneller als mit herkömmlichen Hacken.

• Wo Giersch Probleme macht, kann man auf geeigneten Flächen durch ein längerfristiges Bedecken Erfolg haben. Dazu kann man z. B. dickere Lagen altes Papier über dem Giersch ausbreiten, darauf schwer verrottbares Laub (z. B. Eichenlaub o.ä.) und darüber eine Erdschicht. Das ganze muss 2 Jahre so bleiben. Dann ist der Giersch darunter abgestorben. Aufpassen muss man auf die Ränder, weil der Giersch versucht mit seinen unterirdischen Ausläufer auszuweichen. Wer das nicht will, kann nur versuchen ständig alles Grüne vom Giersch zu entfernen. Das verträgt er auch nicht ewig. Pflanzenschutzmittel gibt es. Sie wirken. Es ist aber sehr mühsam und nur zum Beispiel unter Sträuchern o.ä. angebracht. Diese Pflanzenschutzmittel (z.B. Gierschfrei) wirken übrigens auch gegen Ackerschachtelhalm. Aber auch da ist es mühsam.

• Tulpen sollten immer im Blumenzwiebelkorb gepflanzt werden. Der Vorteil, es gibt kaum Schaden durch Wühlmäuse und die Tulpen können samt Wurzelballen sofort nach der Blüte aus dem Beet genommen werden und an anderer geeigneter Stelle in Ruhe abreifen. Das gibt stärkere blühfähige Tulpenzwiebeln für das nächste Jahr und die Tulpenfläche wird sofort frei für eine Nachpflanzung. (Übrigens blühen Tulpen, wenn die Zwiebel mindestens etwa 6 cm Umfang hat.)

Kleingartenkolonie „Eintracht Orania“, 2013 – Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt


2. Pflegehinweise für Stauden

Stauden sind in der Regel langlebige meist sommergrüne krautige Pflanzen. Außnamen sind z.B. Heidekräuter, die verholzen oder Bergenien, die auch im Winter ihre Blätter behalten. Die Stauden sind auch sehr verschieden in Form, Farbe, Höhe und Sonnenbedarf. Das sollte beim Pflanzen z. B. in einer Rabatte schon berücksichtigt werden. Neben den üblichen Pflegemaßnahmen wie Gießen, Düngen und Unkrautbekämpfung gibt es aber ein paar Regeln in der Pflege, die für ganze Gruppen von Stauden speziell zu beachten sind.

1. Rückschnitt
Bei viele Stauden ist ein Rückschnitt nach der Blüte sinnvoll, weil dadurch ein zweiter Flor im Spätsommer / Herbst angeregt wird. Man schneidet die Blütentriebe etwa 10 – 15 cm über dem Boden ab, auch wenn noch reichlich grüne Blätter am abgeblühten Stiel vorhanden sind. Das macht man u. a. bei Eisenhut, Frauenmantel, Lupinen, bunten Mageriten, Sommermargeriten und Rittersporn. Polsterstauden werden bei Nachlassen der Blühkraft, bzw. wenn das Innere des Polsters beginnt kahl zu werden, jedes Jahr nach der Blüte um 1/3 zurückgeschnitten Hierzu gehören u.a. Blaukissen, Schleifenblume und Alpengänsekresse. Auch Heidekraut sollte bei gutem Wachstum ab dem 2. Standjahr nach der Blüte um 1/3 gekürzt werden, damit die kleinen Büsche dicht und gedrungen bleiben.

2. Umpflanzen
Die Stauden haben eine unterschiedlich lange Lebensdauer. Deshalb muss man sieUmpflanzen, wenn die Mutterstaude erschöpft ist.Das macht man je nach Staudenart in unterschiedlichen Abständen. Alle 3. Jahre sollte man folgende Pflanzen rausnehmen, teilen und die besten Teilstücke neu Pflanzen: Bergaster (sommerblühend), Kissenaster, Rauhblattaster, Glattblattaster (alle herbstblühend), bunte Margeriten, Sommermargeriten, Großblütiges Mädchenauge und Nelkenwurz. Alle 5. Jahre pflanzt man um: Schafgarbe, Federnelken, Pfingstnelken, Heidenelken, Kartäusernelken und Feinstrahlastern.Länger als 10 Jahre ungestört lässt man wachsen: Taglilie, Bergenien, Funkien, Farne und Pfingstrosen. Sie werden mit der Zeit immer schöner.

3. Rittersporn
Frisch gepflanzter Rittersporn verschwindet oft schon im 2. oder 3. Standjahr. Das liegt an der Zuchtform. Im ersten Jahr kräftige und schön blühende Prachtrittersporne älterer Sorten sind leider nicht sehr langlebig. Man sollte beim Kauf darauf achten, moderne Sorten der „Belladonna – Gruppe“ zu erwerben. Diese sind fast genau so schön, aber langlebiger. Diese Pflanzen säen sich auch selbst aus und man kann noch einige Jahre an den Sämlingen Freude haben.

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3. Wann ist im Frühjahr eigentlich welche Gartenarbeit zu tun ?


Im Frühjahr juckt es in den Fingern im Garten los zu legen, später überschlägt sich der Arbeitsanfall usw. Wann ist wofür die richtige Zeit ? Das ist so einfach nicht zu beantworten. Alles ist wetterabhängig und ein wenig auch davon, wann wir Zeit haben. Hilfreich sind Beobachtungen der Natur, um für bestimmte Arbeiten den richtigen Zeitpunkt zu ermitteln.

Hier einige markante Angaben:

• Der Vorfrühling beginnt, wenn die Schneeglöckchen blühen. Es kann aber durchaus noch zu Frost- und Schneeperioden kommen. Der Spätwinter und der Vorfrühling ist die klassische Zeit zum Schneiden der Bäume (zuerst Beerensträucher und Kernobst. Steinobst zum Schluss). Baumschnitt ist möglich bei Temperaturen bis -5°C. Ist es kälter sind die Zweige gefroren und brechen zu leicht. Die Vögel beginnen im Februar mit dem Nestbau. Um sie nicht zu stören, sollte das Schneiden der Bäume und ev. der Hecken bis spätestens Mitte März beendet werden. Vogelhäuser sollten schon vorher, etwa Ende Januar/Anfang Februar sauber gemacht werden, da die Vögel sie im Winter in strengen Frostnächten benutzen und jetzt aber saubere Häuschen zum Nestbau brauchen.

• Wer den Frühling herbeisehnt kann auf der Wetterkarte schauen, wo schon Frühlingstemperaturen herrschen. Man sagt: „Der Frühling kommt mit der Geschwindigkeit eines Traktors auf direktem Wege näher“ . Bei ca. 20 km/h kann man sich ausrechnen wie viele Tage die Wärme noch bis zu uns braucht (Schicksal, wenn dann noch mal ein Kälteeinbruch diese Annäherung unterbricht). Blühen die Weiden und die Kornelkirschen kann mit der Stauden- und Rosenpflanzung oder deren Umpflanzen begonnen werden.

• Frühling ist es, wenn die Forsythien blühen. Das ist die Zeit die Rosen abzuhäufeln und zu schneiden. Außerdem können nun erste geschützte Aussaaten gemacht werden. Bedenke: Samen in nasser, kalter Erde keimen immer schlecht. Die so mickrig heranwachsenden Pflanzen werden immer von späteren Aussaaten in besserer Qualität eingeholt. Die Vorbereitung der Beete sollte jetzt erfolgen, damit die Erde sich bis zur Aussaat im Freiland bzw. bis zum ersten Pflanzen noch setzen kann. Jetzt beginnt eine intensive Zeit im Gartenjahr. Alle Beete bestellen. Unkraut bekämpfen. Vogelmiere setzt zu dieser Zeit schon erste Samen an. Der Giersch treibt und lässt sich im Frühjahr chemisch am besten bekämpfen. Pfirsiche, Aprikosen, Nektarinen sollte man kurz vor der Blüte schneiden. Jetzt lassen sich die echten Fruchttriebe am besten erkennen. Gras wächst ab +8°C. Bald ist die erste Mahd fällig. Mulchen soll man, wo nötig, übrigens erst nach dem 2. oder 3. Schnitt, um die Grasnarbe nicht unnötig zu schwächen.

• Sommer ist es,wenn die Kirschen reif sind. Nach der Ernte kann man auch im Sommer das Steinobst schneiden. Es ist Zeit für die Anzucht von 2- jährigen Pflanzen (Stiefmütterchen, Hornveilchen, Bartnelken, Goldlack usw.)

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4. Rasen im Kleingarten?

Eigentlich ist das kein Thema. Aber wer hat schon was gegen eine angemessen kleine Rasenfläche zur Erholung nach getaner Arbeit ? Geplant ist eine Rasenfläche immer schnell, aber dann fängt es schon mit der Wahl der richtigen Saatgut – Mischung an. Der Handel hält viele verschiedene bereit.

Dazu muss man wissen, das Rasen nach der Aussaat zeitlich versetzt, aus verschiedenen Gräsern des gekauften Gemisches bestehen wird. (Wir gehen mal davon aus, dass keiner in seinem Garten einen Golfrasen anlegen will, sondern einen strapazierfähigen Sport- und Spielrasen) Solche Mischungen bestehen aus schnell wachsenden, saftigen und kräftigen, eigentlichen Weidegräsern, die aber keine Dauerbelastung in der Nutzung aushalten und aus langsam, weich und horstartig wachsenden Gräsern, die belastbar sind. Über die Zeit setzen sich bei richtiger Pflege, besonders durch das Mähen, dann die strapazierfähigeren Gräser durch und bilden die gewünscht Grasnarbe.

Wissen muss man aber auch, dass in der Grasnarbe auch immer andere Pflanzen aufwachsen, die z. B. als Unkrautsamen schon im Boden waren oder Saatgut welches von Nachbarflächen eingeweht wurde.

Entscheidend ist die Graspflege und hier besonders das Mähen. So wie im gekauften Grasgemisch die schnell wachsenden Weidegräser durch ständiges Mähen im Wachstum behindert werden und sich die langsamer wachsenden feinen Gräser durchsetzen so geschieht das auch mit zugewandertem Unkraut. Es wird durch das Mähen über die Zeit vernichtet. Problematisch sind solche mit rosettenartigen Blättern. Wer diese Pflanzen nicht duldet, muss sie ausstechen.

Gemäht wird im Sommerhalbjahr in der Regel wöchentlich. Dabei nicht zu kurz. Etwa 4 cm verbleibende Graslänge ist gut. Vor längeren Trockenperioden besser nicht mähen, oder das Gras noch länger lassen. Sonst gibt es auf Sandböden zu schnell trockene Stellen. Länger belassenes Gras erholt sich auch ohne Bewässerung nach längerer Trockenheit mit Beginn von Feuchteperioden erstaunlich schnell.

Rasendüngen wird nach dem Aufwachsen der Grasnarbe irgendwann nötig. Aber Vorsicht: Je mehr Düngung, je mehr Aufwuchs. Umsomehr Mähen, also mehr Arbeit. Kleine Alternative: Rasenlangzeitdünger mit organischen Anteilen verwenden. Die Nährstoffe werden langsamer abgegeben und der Zusatzaufwand beim Mähen entfällt.

Wenn Moos im Gras wächst, ist der Boden verdichtet und man sollte Vertikutieren. Das ist ein maschinelles Aufschneiden der obersten Schicht der Grasnarbe, um eine Belüftung der Wurzelzone zu erreichen. Vertikutiert werden sollte aber nur nach Bedarf, also bei verdichteter Narbe und nicht automatisch jährlich. Vertikutiert wird im Frühjahr nach dem 1. oder 2. Mähen. Dabei wird auch viel Grasmulchmaterial mit aufgenommen. Anschließend kann eine Nachsaat auf kahl gewordenen Stellen nötig werden. Kleinststellen können auch mit Handgeräten oder notfalls auch mit einer kräftigen Harke bearbeitet werden.


Kleingartenkolonie „Eintracht Orania“, 2013 – Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt

5. Ein Hochbeet im Garten

Hochbeete sind derzeit im Trend. Was ist das eigentlich? Wozu ist das gut? Wie geht das? Das sind die oft gestellten Fragen. Sie sollen hier in Kürze beantwortet werden. Ein Hochbeet ist vereinfacht gesagt, ein bepflanzter Komposthaufen.

Er gestattet bequemes Arbeiten, ohne sich bücken zu müssen. Es ist zumindest im ersten Nutzungsjahr frühere Pflanzung als im freien Grund möglich. Ein Hochbeet ist durch seine Übersichtlichkeit ein Ort intensivsten Gärtnerns, weil auch jedes Fleckchen richtig ausgenutzt werden soll. Am Besten sind deshalb Mischkulturen. In der Regel wird auf dieser kleinen Fläche des Hochbeetes durch jährliches Einbringen von Humus eine hohe Bodenfruchtbarkeit erreicht, die über Jahre erhalten werden kann.Die Lebensdauer eines Hochbeetes ist durch die bauliche Substanz der Einschalung begrenzt. Irgendwann ist auch die verrottet. Dann bleibt ein guter Kompost übrig, der auf die Freifläche im Garten als Humus verteilt werden sollte.

Hochbeete können aus unterschiedlichem Material gebaut werden, z. B. Schalbretter, Bauplatten, Ziegel oder ähnlich. Es gibt auch fertige Modelle im Gartenhandel zu kaufen.

Wichtig beim eigenen Bau ist:

• Nicht breiter als 1,20m, und Bearbeitungsmöglichkeit von beiden Seiten, sonst kann man nicht alle Stellen bearbeiten (Armlänge jeweils bis zur Mitte). Die Länge ist egal und kann den Gegebenheiten und persönlichen Bedürfnissen angepasst werden.
• Die Höhe des Beetes ist auch den persönlichen Ansprüchen anzupassen. In der Regel werden etwa 90 cm hohe Hochbeete gebaut. Die Einschalung muss das Hochbeet bis zur gewünschten Oberkante umfassen.
• Es muss in den Folgejahren nach Inbetriebnahme mit hohen inneren Drücken durch das Setzen des Kompostes gerechnet werden. Deshalb muss man die Einschalung auf starke gut gegründete Pfosten (9 x 9 cm) montieren. Alle 2 lfd.m Länge ist der obere Rand quer durch Seilzug oder mit anderem Querelement zu verbinden.
• Wo es Wühlmäuse gibt, sollte das Beet von unten vor dem Befüllen mit entsprechendem Drahtgeflecht dicht zur Einschalung ausgelegt werden.

Das Befüllen ist einfach. Wie beim Kompost nimmt auch das Hochbeet eine Menge Gartenabfälle auf. Man sollte sich aber auf die Mengen vorbereiten, denn je nach Länge des Hochbeetes passt schon eine Masse Grünmaterial usw. rein.

Das Befüllen erfolgt so:

• Unten als erstes etwa 40cm hoch werden ganze Äste, Zweige, Strauch- und Heckenschnitt eingebracht.

• Die Zwischenräume füllt man mit Hackschnitzeln und anderem Schreddergut. Diese grobe Schicht am Grunde sichert den Wasserabzug und die Belüftung.

• Darauf kommen 30 cm normale Gartenabfälle, die sonst auf dem Kompost landen.

• Den Abschluss bildet eine 20 cm starke Schicht gute Gartenerde oder vorjähriger Kompost. Man kann auch etwas Dung mit einmischen. Aber max. ca. 7 Ltr. /m².

• Es wird nichts festgetreten oder gestampft. Wenn das Beet im Herbst oder Winter errichtet wird, setzt sich der Inhalt bis zur Frühjahresbeflanzung von allein. Wichtig ist, dass gut gewässert wird, damit das Setzen des Bodens erreicht wird.

• Das Beet sackt im ersten Jahr ca. 30 cm durch die Rotte zusammen. Das führt aber auch zur Erwärmung, sodass früher gepflanzt werden kann (ev. Folienhüte auflegen).

• Nach Kulturende wird jährlich mit guter Gartenerde bis zur Oberkante nachgefüllt.


Kleingartenkolonie „ Eintracht Orania“, 2012 – Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt


6. Kulturheidelbeeren im Kleingarten

Heidelbeeren sind ein sehr schmackhaftes, ertragsreiches Beerenobst für den Kleingarten. Bedingung ist, dass man ihre Ansprüche erfüllt, sonst werden die Beeren jedes Jahr kleiner und haben nicht mehr den fruchtigen Geschmack.Das passiert vor allem, wenn man die frisch gekauften Sträucher zwar mit einer gehörigen Portion Torfmull ins Pflanzloch pflanzt aber sonst nichts weiter tut.Alle Heidelbeeren sind sogenannte „Moorbeetpflanzen“, so wie auch die meisten Rhododendron oder Eriken. Mit dem Regen- und Gießwasser gelangt mit der Zeit immer mehr Kalk aus der umliegenden Erde in den Wurzelbereich und das bekommt der Pflanze nicht. Sie reagiert mit kleinen, geschmacklosen Früchten und hellgrünem Laub.


Was ist zu tun?
Jede Kalkzufuhr muss unterbunden werden.Am besten verwendet man ein Pflanzgefäß und kultivieren die Heidelbeeren dort. Geeignet sind im Baumarkt für kleines Geld erhältliche Mörteltubben wie sie vom Maurer verwendet werden. Das Fassungsvermögen sollte bei 90 Ltr. Substrat liegen. In den Boden müssen für einen guten Wasserabzug etwa 10 große Löcher ( 10er Bohrer) gebohrt werden. Diese Kübel muss man entweder mindestens zur Hälfte im Boden einsenken oder man sorgt über Winter mit einer Laubpackung (z. B. trockenes Laub in Müllsäcke gestopft) für Frostschutz. Sonst besteht die Gefahr, dass der Wurzelballen immer wieder durchfriert. Das kann tödlich für die Pflanze sein. Die Behälter werden vor dem Pflanzen je zur Hälfte mit nicht aufgedüngten Torfmull und gekaufter Moorbeeterde gefüllt. Gut vermischen!

In dieses sauere Substrat werden die Heidelbeeren gepflanzt. Im ersten Jahr muss außer wässern, am besten Regenwasser aus der Tonne, nichts weiter geschehen. Vielleicht gibt es bei gut entwickelten Pflanzen schon eine kleine Kostprobe.

Im 2. Jahr und allen folgenden Jahren muss man im Frühjahr das abgesackte Substrat im Kübel mit der gleichen Mischung wie zum Pflanzen nachfüllen. Ab dem 3. Jahr reicht es, dafür ausschließlich den billigeren Torfmull zu verwenden. Vor dem Auffüllen muss gedüngt werden. Dazu ist Rhododendrondünger geeignet. Es gibt bei verschiedenen Anbietern auch speziellen Dünger für Kulturheidelbeeren. Der Dünger wird in der vorgeschriebenen Menge einfach vor dem Auffüllen mit Substrat auf die Erdoberschicht im Behälter gegeben. Nicht einarbeiten, sonst macht man die Wurzeln kaputt.

Zur besseren Befruchtung ist es ratsam mindestens 2 Heidelbeeren zu pflanzen. Es klappt aber auch mit einer. Zur Beachtung, es gibt frühe (Juni /Juli), mittelfrühe (Juli) und späte Sorten (Juli/August).

Pflanzschnitt ist nicht erforderlich. Später ist ein regelmäßiges Auslichten sinnvoll. Das erfolgt im Winter. Alte und störende Triebe werden komplett 20 cm über dem Boden weggeschnitten.

Kleingartenkolonie „Eintracht Orania“, 2013 – Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt

7. Kompostierung

Unser Boden besteht vor allem aus Sand, z.T. leicht mit Lehm geringfügig versetzt.Vom Oraniaweg durch die Anlage hindurch bis zum Wiesenweg werden die Böden etwas bindiger. Das sind keine guten landwirtschaftlichen bzw. gärtnerischen Bodenbedingungen.Gute Böden (Schwarzerdeböden) mit viel Lehm und Löß für Mais, Kartoffel- und Rübenanbau liegen in der Magdeburger Börde oder im Vorgebirgsland.

• Die Bodenwertzahlen liegen über 60 Punkten bis über 100.Mittlere Böden mit lehmigem Sand oder sandigem Lehm (bindige Böden) sind die häufigsten landwirtschaftlichen Flächen für Getreideanbau.

• Die Bodenwertzahlen betragen hier etwa 30 bis 60 Punkte. Unsere Böden sind vor allem Sandböden ( märkische Streusandbüchse) mit geringfügigen anderen Bodenbestandteilen. Diese Flächen eignen sich zum Beispiel für Roggenanbau.

• Die Bodenwertzahlen liegen unter 30 Punkten.

• Unsere Böden in der Anlage haben Bodenwertzahlen von 18 bis 22 Punkten.

Unsere mageren Böden sollten vor allem durch Humusgaben verbessert werden. Erst dann besteht Hoffnung für eine reiche und qualitativ gute Ernte.

Humus sind verrottete organische Bestandteile, die den Boden verbessern. Humus schafft im Boden mehr Hohlräume (Wasser wird besser aufgenommen), bringt sofort pflanzenverfügbare Nährstoffe in den Boden und das Bodenleben wird entwickelt. Ohne jährliche Humuszufuhr werden unsere Böden immer schlechter. Durch Ernte, Rasenschnitt und Unkrautjäten entfernen wir ständig organische Substanz, die sonst verrottet wäre und dem Boden nun fehlt.

Kompostieren heißt diese Entnahme durch Zugabe von verrottetem Humus (= Kompost) auszugleichen.

Bequemes Kompostieren:

Einen Komposthaufen als Sammelhaufen anlegen. Alle grünen Gartenabfälle aufbringen (keine kranken Teile, keine Essenreste wegen Rattengefahr). Alles öfter gut mischen und in Trockenphasen wässern. Der Haufen mus heiß werden (Unkrautsamen werden bei richtiger Kompostierung vernichtet). Nach einem halben Jahr kann man den dann bereits entstandenen Rohkompost zum Mulchen unter Bäumen, Büschen und Hecken verwenden. Sonst einen zweiten Komposthaufen als neuen Sammelhaufen einrichten und den ersten Sammelhaufen ein weiteres halbes Jahr ruhen lassen. Dann kann der Kompost überall im Garten verwendet werden. Ähnlich kann das auch mit dem Komposter aus dem Baumarkt gemacht werden. Aber wichtig: Auch da muss Wasser zugegeben werden, sonst schlechte, zu langsame Rotte.

Kleingartenkolonie „ Eintracht Orania“, 2012 – Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt


8. Bodenfruchtbarkeit durch Kompost

Im Boden werden Wasser und Nährstoffe vor allen im Humus gespeichert. Hierher wachsen Pflanzenwurzeln bevorzugt, um Wasser und Nahrung aufzunehmen. Bei der Nährstoffaufnahme durch die Pflanzen, durch die vielen beteiligten Mikroorganismen und durch äußere Faktoren wie Regen, Bewässerung und Wärme, zersetzt sich der Humus mit der Zeit. Das ist vor allem in sandigen Böden der Fall, wie sie in unserer Kleingartenanlage vorherrschend sind. Außerdem werden mit dem Erntegut und durch das Entfernen der Pflanzenreste vom Beet die Quellen für neue Humusstoffe weggeräumt. Denn die von den Pflanzen bei ihrem Wachstum aufgenommenen Nährstoffe werden so vom Beet entfernt. Nachschub an Humus und Nährstoffen für die nächste Saison ist nötig, sonst verarmen die Böden zusehends. Es sind dann keine guten Ernten mehr möglich. Das gilt besonders für unsere Sandböden.

Was kann man tun ?
Entweder man macht selbst Kompost und bringt ihn auf die Beete oder man kauft neue humusreiche Erden. Da diese Erden in der Regel viel Torfmull enthalten ist das aus Naturschutzgründen zumindest bedenklich. Außerdem kostet die Entsorgung von Pflanzenresten und der Neueinkauf von Erden immer Geld. Besser und billiger, wenn auch mit etwas Arbeit verbunden, ist da der Kompost. Die Pflanzenreste, Laubabfälle, Grasschnitt, Holzhäcksel usw. kommen auf einen Komposthaufen. Wenn möglich, in schattiger Lage z. B. unter Bäumen und nicht zu dicht an Nachbars Zaun. Gut mischen und hin und wieder etwas wässern ist wichtig. Schnellkomposter kann man einbringen, muss das aber nicht, wenn ab und zu eine Schaufel mit fertigem Kompost oder guter Gartenerde mit eingemischt wird. Hierdurch werden die gleichen Bedingungen erfüllt, nämlich Starterkulturen an Mikroorganismen, die den Humus im Kompost bilden, mit einzumischen. Auf Hornspäne als langsam fließende Stickstoffquelle, die auch im Schnellkomposter vorhanden sind, kann im Kompost verzichtet werden, wenn nach Ausbringen des Kompostes auf die Beete vor der ersten Pflanzung eine ordentliche Startdüngung durchgeführt wird.Nach einem Jahr kann Rohkompost schon zur Humusversorgung auf die Beete ausgebracht werden. Wer mehr Platz hat kann alles auch ein zweites Jahr liegen lassen und hat dann eine gute Komposterde. Man legt dann für die frischen Kompoststoffe parallel einen zweiten Haufen an. Problem ist, dass es oft nach der Versorgung der Flächen mit Kompost zu stärkerem Unkrautbefall kommt. Der Kompost enthält einfach zu viele Unkrautsamen. Abhilfe bringt es, wenn man alle unkrautsamenhaltigen Pflanzenreste zuerst in Plastiksäcke füllt und diese zugebunden mehrere Wochen in die Sonne stellt. Danach ist der Inhalt angerottet, die Unkrautsamen abgestorben und alles kompostiert sich noch besser.

Kleingartenkolonie „Eintracht Orania“, 2015 – Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt

9. Baumschnitt bei älteren Bäumen

Gehölze haben zwischen Wurzel und Krone immer ein Gleichgewicht an Masse.Das heißt: Der Baum hat über der Erde eine Krone, die der Wurzelmasse angepasst ist.Wenn man das durch Baumschnitt z.B. einen Auslichtungsschnitt in der Krone ändert (die Wurzel kann man ja in der Regel nicht beschneiden) entsteht ein Ungleichgewicht. Der Baum versucht das durch stärkeres Wachstum von Holzmassen im nächsten Jahr auszugleichen. Diese Zweige und Ruten machen die Krone erneut dicht und müssen erneut ausgeschnitten werden. Aber: geeignete Ruten muss man dabei ungeschnitten stehen lassen. Diese bilden dann bis zum nächsten Jahr (also dem 3. Jahr) das beste Fruchtholz. Die Kunst besteht darin die geeigneten Ruten zu finden und nicht zu schneiden, um im Folgejahr gutes Fruchtholz zu haben. Dazu muss man wissen, dass alle steil aufrecht wachsenden Zweige fast nur Holzknospen haben und damit wieder Holz produzieren. Alle annähernd waagerecht wachsenden Triebe bilden Fruchtholz- und Fruchtknospen.

Praktisch geht das so:
• Im ersten Jahr wird der Baum ausgelichtet. Dabei können auch starke alte Äste gänzlich oder bis zu einer geeigneten Verzweigung weggeschnitten werden. Es wird alles was zu dicht steht, was sich in der Krone überkreuzt, was zu hoch gewachsen ist und was das älteste Fruchtholz hat weggeschnitten. Man kann die großen Schnittstellen mit Baumwachs verstreichen, muss aber nicht unbedingt.
• Im zweiten Jahr schneidet man alles zu viel gewachsene Holz weg. Es haben sich meist am Stamm neue junge Astansätze gebildet. Wenn man die nicht braucht um später einen großen Seitenast zu ersetzen, werden sie ganz weggeschnitten. Darüber hinaus haben sich an den im ersten Jahr stehen gebliebenen Seitenästen in der Regel Unmengen von neue Zweigen gebildet. Das sind sogenannte „Reiter“ . Von diesen werden alle senkrecht oder nahezu senkrecht wachsenden Reiter abgeschnitten. Waagerecht wachsende oder leicht schräg aufstrebende Reiter lässt man in der Regel stehen. Sie bilden bis zum Folgejahr das neue Fruchtholz. Dabei muss man beachten, dass man nicht zu viele seitlich wachsende Reiter stehen lässt und auch alles wegschneidet was sich überkreuzt oder sonst Licht im Inneren der Baumkrone wegnehmen würde. Auf jeden Fall die stehen bleibenden Triebe nicht kürzen, sonst wächst auch hier im nächsten Jahr wieder neues Holz.
• Im dritten Jahr hat sich dann neues Fruchtholz an den stehen gebliebenen Zweigen entwickelt und es sind wieder große, qualitativ gute Früchte zu erwarten.

Merke: Nach der Prozedur des Auslichtens soll die Baumkrone so sein „dass man seinen Hut hindurch werfen kann“. Der Schnitt der Reiter muss auf Astring erfolgen, sodass keine Knospe mehr amAnsatz übrig bleibt. Die würde sonst unweigerlich austreiben und Holz produzieren.Die günstigste Zeit für den Baumschnitt ist der Spätwinter, aber nicht bei weniger als – 5°C. Ausgenommen davon sind Kirschen. Die sollte man gleich nach der Ernte schneiden.

Kleingartenkolonie „ Eintracht Orania“, 2012 – Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt


10. Pflanzenschutz

In der Natur und damit auch im Garten gibt es eine große Anzahl unterschiedlichster Insekten, Käfern, kleinster Pilze, Viren und andere Lebewesen, die unseren Kulturpflanzen im Bezug auf Wachstum, Ertrag und Qualität schaden können.Man nennt sie pauschal Schaderreger.

Es gibt aber auch Schäden an den Pflanzen, die nicht von Schaderregern, sondern von schlechten Wachstumsbedingungen hervorgebracht werden (z. B. Frostschäden, Trockenschäden usw.). Hier muss man, wenn möglich die schädlichen Einflüsse verhindern und gute Kulturbedingungen schaffen. Anders beim Auftreten echter Schaderreger. Aus Gründen des Schutzes vor Giften in der Umwelt und zum Schutz der Lebensmittel sind aber viele Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger nicht mehr zugelassen. Über zugelassene Mittel, ihren Nutzen und die Anwendung kann man sich in jedem Gartenfachmarkt informieren. Das hier einzeln aufzulisten ginge zu weit und unterliegt auch ständigen Änderungen.

Es stellt sich für uns Kleingärtner sowieso die Frage, muss es immer gleich die chemische Keule mit ihren vielfältigen Nebenwirkungen und Gefahren sein ? Bei aufmerksamen Beobachten des Wachstums in den Gärten kann man viele Probleme rechtzeitig erkennen und mit einfachen Mitteln gegen wirken. Blattlausbefall lässt sich im Anfangsstadium wo möglich mit scharfem Wasserstrahl oder mit Brennnesselbrühe bekämpfen (1kg frische Pflanzen/10 Ltr. Wasser; 6 Tage nach Beginn der Gärung 1 : 20 verdünnt anwenden). Plötzliche Welke von ganzen Zweigen oder Ästen durch Pilzbefall bekämpft man, in dem man diese Astpartien sofort bis in das gesunde Holz zurückschneidet. Das betrifft auch Moniliawelke bei Kirschen. Wichtig: Danach die Schere gründlich säubern, sonst überträgt man die Pilze beim nächsten Schnitt auf gesunde Astpartien. Fruchtmumien müssen spätestens beim Baumschnitt gänzlich abgepflückt und herabgefallene Fruchtmumien aufgesammelt und entsorgt werden. Nicht auf den Kompost geben.
Sonst gibt es davon ausgehend im nächsten Jahr wieder einen starken Pilzbefall der Bäume. Braunfäule bei Tomaten und Kartoffeln entsteht, wenn das Laub beim Gießen nass gemacht wird und natürlich auch durch zu viel Regen. Zumindest Tomaten kann man davor durch eine leichte Überdachung schützen. Botrytis bei Erdbeeren entsteht in gleicher Weise. Da die Früchte beim Wachstum viel Wasser brauchen, kann man hier einen Schutz erreichen, wenn viel Luft an die Pflanzen und Früchte gelangt. Dann trocknet Feuchtigkeit schnell wieder ab und die Gefahr der Botrytisfäule verringert sich. (Also keine dichten Bestände dulden und ggf. zwischen den Reihen mulchen. Das hat auch andere gute Wirkungen. Rasenschnittgut eignet sich dafür.) Bei Rosen mit Sternrußtau befallene Blätter bei ersten Anzeichen abpflücken und entsorgen, dann bleiben noch nicht befallene Blätter oft gesund. (Sternrußtau ist ein Pilz, der durch nasse Blätter gefördert wird). Also Blätter der Rosen möglichst trocken halten. Manchen Schaderregerbefall sollte man auch einfach aushalten und nichts tun, wenn dadurch nicht der ganze Kulturerfolg infrage steht. Das betrifft z. B. das gegenwärtige starke Auftreten von Johannisbeergallläusen und – Gallmilben. (Stark gebeulte einzelne Blätter. Das gibt sich nach Ende der relativ kurzfristigen Läusepopulation von alleine wieder.

Kleingartenkolonie „ Eintracht Orania“, 2012 – Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt

11. Gartendüngung

Bei unseren leichten Böden in der Kleingartenanlage muss man viel Wert auf die richtige Düngung der Kulturen legen. Wir haben vor Jahren in einer Reihe von Gärten in unsere Anlage Bodenproben gemacht. Das Ergebnis ist generell, natürlich von Garten zu Garten etwas unterschiedlich:

• Insgesamt zu wenig Stickstoff
• Fast überall eine Überdüngung mit Phosphor und
• Eine mittlere Versorgung mit Kali.

Die Nährstoffversorgung ist immer abhängig von dem, was an Dünger aufgebracht wird und der Sorptionskraft des Bodens. Stickstoff wird in unseren Sandböden durch den nächsten kräftigen Regen oder starkes Wässern sofort wieder ausgewaschen und gelangt ins Grundwasser. Das ist nicht gut für die Umwelt und Schade um das Geld für den Dünger. Abhilfe: gute Humusversorgung der Böden. Je mehr organische Substanz vorhanden ist, desto mehr Stickstoff wird zurückgehalten und steht den Pflanzen länger zur Verfügung. Phosphor wird überhaupt nicht ausgewaschen und bleibt im Boden. Da in jedem Volldünger neben Stickstoff und Kali auch Phosphor ist, kommt es regelmäßig beim Düngen mit Volldüngern auch zu einer Phosphordüngung, obwohl schon genug da ist. Schädigungen sind nicht zu erwarten, besser wäre es aber, oft nur einen reinen Stickstoffdünger zu verwenden. Kali nimmt einen Mittelwert ein und muss schon ab und zu gedüngt werden. Wissen muss man das Stickstoff der Dünger für das Wachstum der Pflanzen ist. Kali fördert die Reife der Früchte und des Holzes hinsichtlich der Winterhärte.

Günstig ist es je nach Bodenverhältnissen zu Beginn einer Kultur eine Grunddüngung durchzuführen und später während des Wachstums flüssig als Kopfdüngung nachzudüngen. Für die Grunddüngung muss es nicht immer Volldünger sein. Es gibt in den Gartenmärkten auch andere Dünger, die bestimmte Wirkungen kombinieren. Beispiel: Kalkammonsalpeter für eine erste Stickstoffdüngung bei gleichzeitiger Kalkgabe. Kalkstickstoff hat gleiche Wirkung, vernichtet aber gleichzeitig noch gerade auflaufendes Unkraut. Wenn man das im Frühjahr zum richtigen Zeitpunkt macht schlägt man drei Fliegen mit einer Klappe.(Aber Vorsicht, bis zum Pflanzen 14 Tage warten. Sonst werden die jungen Pflanzen auch geschädigt.) Für eine reine Kalidüngung im Spätsommer zum Ausreifen der Gehölze kann man Schwefelsaures Kali einsetzen. Bittersalz ist ein Magnesiumdünger und gut zur Kräftigung von Nadelhölzern. Wissen sollte man noch: Blaudünger ist für unsere Bedingungen der geeignetste Volldünger. Er kann für alles verwendet werden, wenn man das zu Volldüngern gesagte berücksichtigt. Rote Dünger sind chloridhaltig. Das vertragen viele unserer Pflanzen nicht z. B. Rosen, Gurken, Erdbeeren.

Organische Dünger sind ebenso wie Kompost für unsere Böden hervorragend geeignet zur Humusversorgung und damit Voraussetzung für einen wirkungsvollen Einsatz mineralischer Dünger. Dabei muss man wissen: Pferdemist wird in unseren Sandböden relativ schnell abgebaut. Es ist ständiger Nachschub erforderlich. Rinderdung bleibt im Boden länger erhalten. Er muss nicht so häufig eingesetzt werden. Generell gilt: Eine andauernde Ausbringung organischer Dünger verbessert unsere Böden nachhaltig.

Kleingartenkolonie „ Eintracht Orania“, 2012 – Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt


12. Giftpflanzen im Kleingarten

Viele Pflanzen haben für ihren eigenen Schutz giftige Bestandteile. Das können nur allergisch wirkende Substanzen aber auch hochgiftige Bestandteile sein. Sie sind nicht immer in der ganzen Pflanze vorhanden. Insbesondere bei schön gefärbten, giftigen Beeren wird es gerade für Kinder aber riskant. Es ist aus diesen Gründen immer vorausschauend zu überlegen, welche Pflanzen im Garten wachsen dürfen und wenn ja, dann wo ? (Pflanzung am Weg oder Sitzplatz oder in hinterer Reihe.) Hier folgt eine Auflistung unterschiedlich giftiger Pflanzen zur Information. Zum Teil lösen sie auch nur Allergien oder Hautreizungen aus. Hochgiftige Pflanzen sind fett gedruckt. Vollständig ist die Liste sicher nicht.

Stauden
Eisenhut (Aconitum) alle Teile Akelei (Aquilegia) alle Teile
Maiglöckchen Convallaria) alle Teile Rittersporn (Delphinium) alle Teile
Tränendes Herz (Dicentra) besonders Wurzel Fingerhut (Digitalis) alle Teile
Wolfsmilch (Euphorbia) Milchsaft Christrose (Helleborus) alle Teile
Pfingstrose (Paeonia) alle Teile Türkenmohn (Papaver) Milchsaft

Zwiebel- und Knollenblumen
Buschwindröschen (Anemone) alle Teile Kronenanemone (Anemone) alle Teile Herbstzeitlose (Colchicum) alle Teile Winterlinge (Eranthis) alle Teile Kaiserkrone (Fritillaria) alle Teile Schachbrettblume (Fritillaria)alle Teile Traubenhyazinthe (Muscari) alle Teile Narzissen (Narzissus) alle Teile

Gehölze
Berberitze (Berberis) alle Teile Buchsbaum (Buxus) alle Teile
Zwergmispel (Cotoneaster) Rote Früchte Ginster (Cytisus) alle Teile
Ranunkelstrauch (Kerrie) Samen Goldregen (Laburnum) alle Teile
Liguster (Ligustrum) Blätter, Beeren Mahonie (Mahonia) alle Teile
Lorbeerkirsche (Prunus lauroc.) alle Teile Rhododentron Hybr. alle Teile
Robinie (Robinia) alle Teile Schneebeere (Symphoric.) Beeren
Schneeball (Viburnum) alle Teile Chinawacholder (Juniperus) alle Teile
Eibe (Taxus) alle Teile Efeu (Hedera) alle Teile
Geißblatt (Lonicera) Früchte Lebensbaum (Thuja) alle Teile

Kleingartenkolonie „ Eintracht Orania“, 2012 – Gartenbauberater i.R. Dr. St. Schmidt